Long COVID – was ist das eigentlich?

Mit Long COVID werden die Langzeitfolgen einer COVID-19-Erkrankung bezeichnet. Wer mehr als einen Monat nach der Infektion noch Symptome verspürt, leidet unter Long COVID.

Definition

Eine einheitliche, anerkannte Definition von Long COVID existiert noch nicht. Generell werden damit Langzeitfolgen nach einer Infektion mit COVID-19 bezeichnet, die sich nicht durch alternative Diagnosen erklären lassen und die ungewöhnlich lange anhalten. Neben «Long COVID» existiert auch ein knappes Dutzend anderer Bezeichnungen für die Langzeitfolgen nach COVID-19, etwa «Post-COVID-Syndrom», «PASC» (post-acute sequelae of COVID-19) oder «long haul COVID».

Je nach Definition ist nach unterschiedlichen Fristen von Langzeitfolgen die Rede. Altea verwendet ab einer Symptomdauer von länger als 4 Wochen den Begriff «Long COVID». Wir orientieren uns dabei an der Definition des NICE aus Grossbritannien, auf die sich auch das Schweizer Ärztenetz mediX bezieht. Long COVID ist in dieser Definition der Überbegriff für einen verlängerten COVID-19-Infekt und für ein von diesem Infekt ausgelöstes Syndrom.

  • akuter Infekt: bis 4 Wochen
  • verlängerter Infekt: 4-12 Wochen
  • Post-COVID-Syndrom: mehr als 12 Wochen
  • Long COVID: alles ab 4 Wochen

Als Syndrom bezeichnet man – in Abgrenzung zu einer klar identifizierbaren Krankheit – eine Kombination verschiedener Symptome, von denen noch nicht klar ist, wie sie zusammenhängen und was ihre Ursache ist. Es ist auch möglich, dass es sich bei Long COVID um mehrere verschiedene Syndrome handelt, von denen manche Betroffene an einem einzelnen, andere an mehreren gleichzeitig leiden.

Das Wissen über Long COVID entwickelt sich aufgrund der regen Forschungstätigkeit stetig weiter. Altea verfolgt diese Entwicklungen und passt seine Informationen regelmässig dem aktuellen Kenntnisstand an.

Welche sind die Symptome von Long COVID?

Bei Long COVID können ganz unterschiedliche Symptome auftreten. Zu den Long-COVID-Symptomen gehören beispielsweise Atemnot, starke Erschöpfung (Fatigue) oder Gelenk- und Muskelschmerzen.

Basierend auf einer Umfrage bei Betroffenen konnte Altea 13 Cluster von Symptomen identifizieren. Die Beschreibung aller Symptom-Cluster sowie Tipps und Hilfestellungen zur Bewältigung der unterschiedlichen Symptome finden Sie im Ratgeber.

Wer ist betroffen?

Long COVID kann alle treffen, nicht nur Angehörige von Risikogruppen oder Patienten mit einem schweren Verlauf von COVID-19. Auch junge, gesunde Personen (Kinder eingeschlossen) mit einer milden COVID-19-Erkrankung können nach überstandener Infektion plötzlich von teils schwerwiegenden Symptomen betroffen sein. Für hospitalisierte Personen scheint das Risiko für Long COVID jedoch deutlich höher zu sein. Auch Frauen dürften häufiger betroffen sein.

Über die Häufigkeit, mit der Long COVID auftritt, gibt es bisher noch keine gesicherten Erkenntnisse. Je nach Studie gehen die Schätzungen enorm auseinander, weshalb diesbezügliche Erkenntnisse als provisorisch gelten müssen. Doch selbst bei vorsichtiger Schätzung – mit einer Häufigkeit im tiefen einstelligen Prozentbereich – könnten in der Schweiz mehrere Zehntausend Personen von milden bis schwereren Langzeitfolgen betroffen sein. Dies leitet sich aus der Zahl von über 700'000 laborbestätigten COVID-19-Infektionen und der geschätzten Dunkelziffer von über 2 Millionen Infektionen ab. Der BAG-Literaturreport rechnet deshalb mit langfristigen Belastungen für das Gesundheitssystem und die Wirtschaft.

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Long COVID – was kann ich tun?

Im Altea-Ratgeber haben wir geprüfte Tipps für verschiedene Symptome zusammengestellt. Diese werden kontinuierlich aktualisiert und ausgebaut. Regelmässiges Reinschauen lohnt sich!

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Wo bekomme ich Hilfe?

In unserem Verzeichnis finden Sie Kliniken, Ärztinnen und Therapeuten mit Long-COVID-Angeboten – sortierbar nach Symptom, Kanton und Wohnort.

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Altea lebt vom Austausch. Deshalb haben wir ein Forum eingerichtet, in dem sich Betroffene, Angehörige, Mediziner und Forschende austauschen können. Machen auch Sie mit!

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