Auswirkungen auf die Gesellschaft

Long COVID betrifft nicht nur Medizin und Wissenschaft, sondern alle Sphären der Gesellschaft. Hier geben wir einen kurzen Überblick zum Stand der Dinge und offenen Fragen in angrenzenden Gebieten.

Recht

Noch gibt es für Long COVID keine offizielle Diagnose und Klassifikation. Für ganz viele rechtliche Aspekte wie Kostengutsprachen oder Arbeitsunfähigkeitszeugnisse ist eine Diagnose wichtig. Weiter ist entscheidend, ob Long COVID als Berufskrankheit anerkannt werden wird. Falls Long COVID als Berufskrankheit anerkannt wird, sind die Leistungen ungleich besser als bei der Krankentaggeld- oder der Invalidenversicherung. Für eine Übersicht über rechtliche Belange verweisen wir auf den Verband Covid Langzeitfolgen.

Politik

In der Schweizer Politik ist das Thema Long COVID mit verschiedenen Vorstössen präsent. Die Gesundheitskommission des Nationalrats (SGK-N) hat den Bundesrat beauftragt, genügend finanzielle Mittel für die Erforschung von Long COVID zur Verfügung zu stellen. Eine entsprechende Motion wurde Mitte Juni 2021 angenommen.

Der Ständerat wiederum hat dem Postulat «Sicherstellung einer angemessenen Behandlung und Rehabilitation für Menschen mit Long Covid» zugestimmt. Der Bundesrat muss nun in einem Bericht darlegen, wie es um die gesundheitliche Versorgung von Patientinnen und Patienten mit Langzeitfolgen einer COVID-19-Infektion steht und wie die Behandlung finanziert werden kann.

Gesellschaft

Die gesellschaftlichen Auswirkungen von Long COVID sind heute nur vage abschätzbar. Das liegt an der unklaren Datenlage und Definition: Je nach Studie und untersuchter Population variiert der Anteil jener, die nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 Langzeitsymptome entwickeln, zwischen 4% und über 50%. Eine Studie aus Zürich zeigte, dass sich ca. ein Viertel der Patienten ein halbes Jahr nach Infektion noch nicht vollständig erholt hatten, wobei etwa 10% davon immer noch stark im Alltag beeinträchtigt waren.

Es ist klar: Je grösser die Anzahl Betroffener, umso spürbarer die Auswirkungen auf allen Ebenen der Gesellschaft: Betroffene fehlen in Familien, Vereinen und am Arbeitsplatz. Es besteht die Gefahr, dass sie sich missverstanden und niedergeschlagen fühlen. Sie brauchen Betreuung, neue Therapieformen und Begleitung bei der Rückkehr in den Alltag. Das fordert sie selbst, ihr Umfeld und die Gesellschaft als Ganzes heraus.

Medizin und Wissenschaft

Zu Long COVID liegen bis jetzt noch wenig wissenschaftliche Erkennntisse vor. Altea hat es sich deshalb auch zum Ziel gemacht, Betroffene, Wissenschaftler sowie Therapeuten zu vernetzen, um miteinander Erkenntnisse zu diesem neuartigen Syndrom zu gewinnen. In unserem Ratgeber finden Sie laufend aktualisierte Informationen, geprüft durch Betroffene, Wissenschaftler und Therapeuten. Im Verzeichnis listen wir spezialisierte Sprechstunden und Therapieangebote auf.