Tom Kobel

Tom Kobel
19.08.2021

Lara Diem ist Oberärztin an der Universitätsklinik für Neurologie am Inselspital in Bern. Sie ist also Fachärztin für Erkrankungen des Gehirns. Auf Altea hat sie sich u.a. in einem Interview zu den Folgen von COVID-19 für das Gehirn geäussert.

Warum engagieren Sie sich im Experten-Board von Altea?

Long COVID stellt Patienten und Ärzte vor riesige Herausforderungen und Fragezeichen. In dieser Situation ist eine gute Zusammenarbeit zwischen Patienten und Ärzten zentral, damit sich die Patienten gut informiert, aufgehoben und verstanden fühlen. Hier kann Altea als Plattform einen wichtigen Beitrag leisten. Ich finde die Grundidee dahinter unterstützenswert.

Wie funktioniert das Experten-Board?

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Um die inhaltliche Qualität der Informationen auf Altea sicherzustellen, arbeiten wir mit Expertinnen und Experten aus verschiedenen Fachgebieten zusammen. Sie stehen uns für spezifische Rückfragen zur Verfügung, schreiben und überprüfen unsere Ratgeber, und sie begleiten die Entwicklung von Altea. Sie können sich auch an den Diskussionen in unserem Forum beteiligen. Die Mitglieder des Experten-Boards engagieren sich ehrenamtlich bei Altea. Wir sagen Merci!

Was ist ihr fachlicher Bezug zu Long COVID?

Long COVID bringt neurologische Beschwerden mit sich, das ist mein Arbeitsgebiet als Neurologin. Mein Forschungsschwerpunkt ist ausserdem die Neuroimmunologie, also das Zusammenspiel von Nerven- und Immunsystem. Ich forsche zu Fatigue bei Multipler Sklerose (MS), und Fatigue ist ja auch eines der Hauptsymptome von Long COVID. Deshalb war fast klar, dass ich, zusammen mit den Kollegen der Neuroimmunologie, dafür zuständig werde.

Lara Diem@2X

Welche Erfahrungen haben Sie bisher mit Long COVID gesammelt?

Die Long-COVID-Sprechstunde am Inselspital gibt es seit Dezember 2020. Bis jetzt haben wir rund 90 Patienten gesehen. Und klar, ich bilde mich weiter, lese wissenschaftliche Artikel, aber ich muss sagen: Die Patienten sind jene, von denen ich am meisten lerne.

«Die Patienten sind jene, von denen ich am meisten lerne.»

Wie blicken Sie in die Zukunft mit Bezug auf Long COVID?

Auf der einen Seite schaue ich mit Zuversicht in die Zukunft. Ich gehe davon aus, dass sich die Patientinnen und Patienten von Long COVID erholen werden. Dazu kann die Zuversicht einiges beitragen. Auf der anderen Seite mache ich mir Sorgen, wenn ich die Fallzahlen sehe. Ein gewisser Prozentsatz der Infizierten wird Long-COVID-Beschwerden habe, mit allen sozialen, medizinischen und wirtschaftlichen Folgen. Deshalb ist es umso wichtiger, sich impfen zu lassen.

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Wofür begeistern Sie sich als Privatperson?

Ich bin sehr naturbegeistert: Wann immer ich kann, bin ich draussen. Das zeigt sich auch in meinem Hobby als Naturfotografin.

Lara Diem ist Oberärztin an der Universitätsklinik für Neurologie am Inselspital in Bern. Sie ist also Fachärztin für Erkrankungen des Gehirns. Auf Altea hat sie sich u.a. in einem Interview zu den Folgen von COVID-19 für das Gehirn geäussert.

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Austausch zu Long COVID im Altea-Forum

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Für den direkten Austausch rund um Long COVID hat Altea ein Forum eröffnet. Angesprochen sind Betroffene von Long COVID, deren Angehörige, Ärzte, Forscherinnen, Therapeuten und weitere Interessierte.

Die Diskussionen befinden sich in einem geschützten Mitgliederbereich, der nach dem Erstellen eines Profils zugänglich ist. Diskutieren Sie beispielsweise über Veränderungen des Geschmacks- und Geruchssinns, Long COVID bei Kindern oder Tipps gegen Atemnot. Vorschläge für weitere Diskussionsthemen sind willkommen. Jetzt einloggen oder Profil erstellen »